Mittwoch, Mai 31, 2006

Es tut sich wieder was

Obwohl ich mich jetzt schon so an das Leben in Suns Familie gwoehnt hatte, es auch jeden Tag immer mehr geniessen konnte, bin ich jetzt trotzdem am Montag in meine eigene Wohnung direkt neben meiner neuen Universitaet (fuer alle Interessierten: www.siit.tu.ac.th) umgezogen. Am Montag hatte ich naemlich ein Treffen mit der Vorsitzenden vom International Relationsoffice hier. Und von Mrs. Peechalika (so heisst sie) bekamen wir (am Montag kam auch noch ein Japaner an) ein Rundumsorglosprogramm. Zunaechst wurden wir erst mal ueber den ganzen Campus gefahren. Und der ist wirklich unvorstellbar gross. Der Campus hat sogar zwei Buslinien, da man zu Fuss wahrscheinlich eine Stunde von einem Ende bis ans andere laeuft. Zusaetzlich gibt es so Minivans, die einen in einer halben Stunde in die Innenstadt fahren, da der Campus doch so 5o km vom Zentrum entfernt ist. Vielleicht ist es auch nicht das schlechteste, hier ist zumindest die Luft etwas besser. Als naechstes wurden uns verschiedene Professoren vorgestellt, deren Englisch eigentlich gar nicht schlecht war. Ganz im Gegensatz zu Mr. Koji, dem anderen Studenten aus Japan. Koji spricht ungefaehr so gut Englisch wie ich Thai. Deswegen schleppe ich Koji im Moment ueberall mit hin. Gut dass ich mein "Ohne Woerter Buch" habe. Heute darf er mich zum Flughafen begleiten um das Janilein abzuholen. Am Ende hat Mrs. Peechalika - sie ist uebrigens fast ein Jahr juenger als ich und supernett und auch noch gutaussehend- den ganzen Tag mit uns verbracht. Ich befuerchte einen solchen Service duerfen Austauschstudenten in Deutschland nicht erwarten.
Zu meiner Wohnung. Die ist wirklich richtig schoen, sogar ziemlich gross (d.h. viel Platz zum Uebernachten fuer meine lieben Besucher von zuhause) und steht meiner letzten Wohnung in Darmstadt eigentlich um nichts nach. Ich habe sogar einen Fernseher, sogar mit ein paar englischen Kanaelen und selbstverstaendlich eine Klimanlage. Ohne die geht hier gar nichts. Jetzt habe ich auch wieder den Luxus eines richtigen Bettes und einer Dusche. Dabei hatt ich mich doch gerade ans Schoepfen gewoehnt.
Uebrigens sitze ich hier gerade im Computerpool meiner Uni und warte auf Mr. Koji. Und in ungefaehr zwei Stunden werden wir hier aufbrechen, um den Jan abzuholen. Der kann sich schon mal darauf einstellen, dass sein Name von einem Thai gesprochen sich doch ziemlich komisch anhoert. Meiner allerdings auch.

Samstag, Mai 27, 2006

Alltagsleben

Da in den letzten Tagen nicht mehr die wirklich außergewöhnlichen Dinge (zumindest für mich nicht) passiert sind, werde ich jetzt mal ein paar Dinge aus meinem Alltagsleben erzählen. Ich werde hier spaeter auch noch Bilder einfuegen, dass Hochladen dauert nur immer so lang und ich habe gerade nur wenig Zeit.

Wo ich wohne?

Wie ich ja schon des öfteren erwähnt habe, wohne ich jetzt schon seit über einer Woche bei Sun und seiner Familie. Suns Eltern kommen aus einem Dorf irgendwo im Osten Thailands und wohnen erst seit sehr kurzer Zeit (im Gegensatz zu ihm selbst) in Bangkok und sind daher ganz einfache Leute. Sie verdienen ihr Geld indem sie Schweine, die ihnen jeden Morgen geliefert werden zerlegen und diese anschließend auf dem Markt verkaufen. Vielleicht ist es vergleichbar mit Metzgerarbeit bei uns vor 50 Jahren. Suns Familie sind eigentlich nur sein Vater, seine Mutter und seine Schwester. Aber bisher waren immer viel mehr Leute da, teils nur zum essen aber auch über Nacht. Gestern Nacht schliefen in dem Haus (und es ist ein wirklich kleines Haus mit eigentlich nur drei Räumen) seine Eltern, seine Schwester, 3 Kusinen, die Schwester einer dieser Kusinen und der Freund der Schwester. Da war ganz schön was los. Und ich bin mittlerweile irgendwie auch schon ein Teil der Familie geworden.

Das Duschen

Das Duschen ist interessant. Denn eigentlich gibt es in dem Haus fließendes Wasser, aber trotzdem lässt man das Wasser erst in einen großen Bottich laufen um es sich dann aus diesem mit einer Schale über den Kopf zu kippen. Und es hat auch fast eine Woche gebraucht bis ich gerafft habe, wozu der Quatsch. Eigentlich ist es ganz einfach, es gibt kein warmes Wasser. So ist das Wasser eine Weile in dem Bottich und hat dann Lufttemperatur. Und die ist mit 35 Grad ausreichend.

Das Wetter

Ist krass! Manchmal frage ich mich wozu ich überhaupt dusche. Denn wenn ich aus der Dusche komme, schwitze ich bereits wieder. Seid ein paar Wochen hat in Thailand die Regenzeit begonnen. Also regnet es hin und wieder, aber eigentlich immer nur so für 10 Minuten. Aber das soll sich in der nächsten Zeit noch steigern. Sonst scheint oft die Sonne, die die Thailänder aber gezielt meiden, denn für einen Thai ist es modisch weiß zu sein. Die Temperaturen sind immer so bis 35 Grad. Mehr zu schaffen macht mir aber die hohe Luftfeuchtigkeit, die richtig schweißtreibend ist. Dazu kommt, dass man zu bestimmten Anlässen, z.B. wenn man abends weggeht lange Sachen trägt. Also Jeans und geschlossene Schuhe und das bei dem Klima! Andererseits ist es in vielen Restaurants und in allen Taxis so dermaßen kalt von den Klimaanlagen, dass ich mir jetzt immer einen Pulli mitnehme.

Das Einkaufen

Theoretisch ist es in Thailand nicht notwendig einkaufen zu gehen. Schon so ab 8:00 morgens höre ich immer Geschrei unten von dem Weg vor dem Haus und wenn ich es verstehen könnte, wäre es immer so was wie: „Verkaufe Gemüse“, „Verkaufe Eis“, Verkaufe was auch immer“. Also muss man eigentlich nur warten bis der richtige Verkäufer vorbeikommt und dann zuschlagen. Und was man da so kaufen kann ist auch immer frisch und sicher billiger als in jedem Supermarkt. Man kann natürlich auch zu einem der unzähligen Märkte gehen, die es in Bangkok wirklich an jeder Ecke gibt.

Thailändisch

Die Sprache der Thais. Eine für mich leider bisher nahezu unüberwindbare Hürde und das obwohl ich schon fleißig am lernen bin. Mittlerweile sogar mit einem Übungsbuch, dass mir eine Nachbarin geschenkt hat. Das Problem ist nicht etwa die Grammatik oder gar die komischen Buchstaben, sondern die Aussprache. Im thailändischen kann jedes Wort (also exakt gleich geschrieben) theoretisch 12 verschieden Bedeutungen haben, je nachdem wie man es ausspricht. Man kann es lang, kurz, hoch, tief, medium, erst hoch und dann tief, usw. aussprechen. Z.B. den Namen von Suns Schwester Peaw kann ich bis heute nicht sprechen. Sie schaut mich dann immer ganz böse an, wenn ich es mal wieder falsch mache. Ich setzte jetzt auf Kurse, die es hoffentlich bei mir in der Uni geben wird.

Wie geht es jetzt weiter?

Am Montag werde ich zum ersten Mal zu meiner Uni kommen und dann - so zumindest der Plan - auch meine eigene Wohnung bekommen. Das Leben in Suns Familie ist zwar wirklich unglaublich aufregend und ich genieße es auch sehr, aber mal wieder mein eigener Chef zu sein ist auch nicht schlecht. Und am Mittwoch kommt dann auch schon der Jan und im Moment bin schon fleißig am planen, was wir beiden so machen werden. Zunächst brauche ich jedenfalls mal etwas Urlaub, d.h. Strand, denn die letzte Woche war schon ziemlich anstrengend.

Mittwoch, Mai 24, 2006

Was fuer ein Tag

Gestern durfte ich - die letzten Tage bin ich noch drum herum gekommen - Sun und seiner Familie bei der Arbeit "helfen". Dies bedeutete zunächst mal früh aufstehen, denn die zwei Schweine werden früh angeliefert. Diese waren zwar bereits tot, sonst waren es aber wirklich noch komplette Schweine. Nachdem alles aufgebaut war, begann Sun damit das Schwein zunächst längs auseinander- und dann nacheinander die Organe herauszuschneiden. Glaubt mir, gestern hatte ich verdammt lange keinen Hunger. Während Sun das Schwein so nach und nach in seine Einzelteile zerlegte (ein wahres Kunstwerk, wie ich finde), Kümmerte sich seine Mutter um die Organe und seine Schwester kochte irgendwelches Fettzeug aus, um Öl zu machen. Schnell stellte sich heraus, dass ich keine wirkliche Hilfe war, da meine Talente nicht gerade im Schweine schlachten liegen. Ich packte dann ab und an mal was in die Tüten, zum zumachen dieser war ich dann allerdings schon wieder zu ungeschickt. Nach ungefähr vier Stunden war die erste Arbeit erledigt und das komplette Schwein - zerlegt in seine Einzelteile - in große Behälter voller Eis verstaut. Dann gab es Mittagessen. Essen ist in Thailand immer sehr wichtig und darum jedes Mal ein Festmahl. Nach dem Essen machten wir uns auf zu einem Markt, denn das Fleisch musste je auch noch verkauft werden. Und das funktioniert in Thailand so, dass man eben zu irgendeinem (davon gibt es hunderte) Mark fährt, einen Tisch aufstellt, dass ganze Fleisch darauf legt (natürlich ohne es zu kühlen und das bei 35 Grad) und dann auf Käufer wartet. Und die Käufer zeigen dann nicht auf ein bestimmtes Fleisch und sagen wie viel sie davon haben wollen, nein in Thailand ist es normal, dass erst mal alles angefasst wird, genauestens begutachtet wird, um es dann möglicherweise zu kaufen. Ich, wie sollte es auch anders sein, konnte eigentlich nicht wirklich helfen. Ich habe dann ab und an die Fliegen weggewedelt und laut „mo mai khrap“ (Heißt so viel wie „Wollen sie Schwein“)gerufen. Die restliche Zeit saß ich aber meistens nur in meinem Liegstuhl, war aber trotzdem die große Attraktion des Marktes. Von überall her kamen Leute, die mir irgendwas sagten, mir Geschenke machten und am allerliebsten mich irgendetwas probieren ließen und sich alle riesig darüber freuten wenn ich ein thailändisches Wort sagte. So wurde mir eigentlich nie langweilig und ich hatte am Ende einen Haufen neues Zeug, vor allem viel zum Essen, aber auch z.B. ein Kinderbuch zum Lernen der Thailändischen Buchstaben. Betrunken war ich auch, da ich natürlich auch ständig mittrinken musste. So gegen halbzehn wurde dann zusammengeräumt und wir fuhren wieder nach Hause, wo es dann gleich wieder viel zu essen gab. Ich konnte dann nichts mehr essen, da ich ja schon den ganzen Tag nichts anderes gemacht habe. Für mich war es jedenfalls mal wieder ein unglaublich aufregender Tag.
Zum Schluss will ich einfach mal gesagt haben, wie unglaublich nett hier alle zu mir sind. So nett, dass es mir oft sogar peinlich ist. Obwohl ich ständig der einzige bin, der nicht am Arbeiten ist, wird mir ein Stuhl hingestellt, der Ventilator in meine Richtung gedreht oder mir ständig etwas zum Essen oder zu trinken gebracht. Ich fühle mich manchmal fast wie ein König.


Bis bald,
Thomas

Montag, Mai 22, 2006

Thai Food

Hallo meine Lieben!

Heute werde ich euch etwas über Thai Food erzählen, denn ich durfte mit Sun und seiner Schwester für seine Eltern kochen. Und ich kam mir dabei doch ziemlich dämlich davor, denn eigentlich stand ich nur im Weg rum. Meine Aufgabe war es dann den Knoblauch und die Chili zuzubereiten, aber nach Thai Tradition versteht sich. Dabei nimmt man mehrere Knollen Knoblauch, unterteilt diesen in die Zehen, lässt diese aber in der Schale und gibt sie dann zusammen mit vielleicht 30 Chili in einen Mörser. Anschließend werden die Chili und der Knoblauch zu einem Brei gestoßen. Nachdem ich mit dieser Aufgabe fertig war, war es für mich eigentlich nur noch wichtig darauf zu achten, in welche Speisen etwas von dem von mir zubereiteten Brei hineinkam, denn das bedeutete immer: Der Thomas wird davon leider nichts essen können. Denn tut er es doch, bedeutet das Schwitzen am ganzen Körper, Husten, eine laufende Nase und großes Gelächter für alle anderen. Gar nicht lustig, wie ich finde. Sonst wird natürlich auf dem Boden gegessen. Aber es bekommt nicht jeder wie bei uns jeder seinen Teil auf seinen Teller, sondern alle essen von den verschiedenen Tellern, die da so auf dem Boden rumstehen. Den Reis, ein besonderer Thai Reis (Sticky Rice), ein extremer, aber sehr guter Pappreis hat man in der linken Hand und kann diesen in die verschiedenen Soßen dippen. Aber niemals in die roten! Nachdem ich probiert habe, erfahre ich dann auch meistens was ich da gerade eigentlich gegessen habe. Blut, Ameisen, Schweinefüße, Hühnerherzen... Ich bin dann oft schnell satt. Sonst liebe ich aber das Thailändische essen, nur an so mache Dinge muss ich mich wohl noch gewöhnen.

Bis bald,
Thomas

Sonntag, Mai 21, 2006

Jetzt is es soweit!

Hallo meine Lieben!

Es ist soweit. Seid zwei Tagen bin ich tatsächlich in Thailand und seitdem ist auch schon eine ganze Menge passiert.
Aber zunächst mal muss ich sagen, dass meine letzten Tage in Deutschland wirklich hart waren. Die ganze Verabschiederei ist mir sehr nahe gegangen und ich habe wirklich angefangen darüber nachzudenken, ob das was ich hier mache alles so richtig ist. Aber das werde ich jetzt ja eh herausfinden.
Mein Auslandsjahr begann mit einer interessanten Erfahrung in Dubai. „Last Call for Mr. Thomas Ullrich“. Wer will das nicht mal hören. Und wenn mir die Dame am dem leider völlig falschen Gate an dem ich stand und die mein Ticket nicht zuordnen konnte nicht gesagt hätte, dass die mich meinen, ich hätte meinen Anschlussflieger sicher verpasst. Mr. Thomas Ullrich gesprochen von einer Araberin hört sich nämlich so gar nicht nach mir an. Aber so ging noch mal alles gut. Sonst war mein Flug super und so kam ich auch wohlauf in Bangkok an. Und nachdem ich ungefähr eine halbe Stunde an verschiedensten Schlangen angestanden bin, hat man mich mit meinem Jahresvisum auch aus dem Flughafen herausgelassen, wo Woody und Sun auf mich warteten. Dann hatte ich ungefähr 10 Minuten in Woodys Haus um mein Gesicht zu waschen, um dann weiter zu meiner Welcome Party zu fahren. Dort musste ich Unmengen von Whiskey trinken und mit einem Haufen von Thais anstoßen, die ich fast alle nicht mal kannte und das nach meinem 15 Stunden Flug.
Geschlafen habe ich dann in Suns Haus, auf dem Boden versteht sich und mit noch zwei anderen, ganz nach alter Thaitradition. Aber ich habe wunderbar geschlafen. Gestern ging es dann zum Badminton spielen, zu dem ich auf meiner Welcome Party eingeladen wurde. Und glaubt mir die Thais haben das drauf. Nach zwei Stunden Badminton war ich klatschnass geschwitzt, konnte kaum noch laufen, durfte mich aber trotzdem nicht hinlegen. Denn jetzt ging es weiter zum Karaoke. Und das bedeutet in Thailand, du bekommst deine eigene Hütte, in der dir Essen serviert wird und es auch reichlich zu trinken gibt. Noch dazu wurden praktisch nur Thai Songs gesungen und alle hatten besonders großen Spaß, wenn ich mein Thai zum Besten gab.
Seid vier Tagen habe ich jetzt kein Deutsches Wort mehr gesprochen und ihr fehlt mir alle jetzt schon. Gut, dass Jani bald kommt.



Bis bald,
Thomas